Advent und Weihnacht 2020

(Advent und Weihnacht) mit Rezepten

Ich möchte Ihnen anstelle einer Pflanzenvorstellung ein paar Gedanken schenken, die in dieser so „stillen Zeit“ helfen oder verbinden mögen.

Es ist eine ganz besondere Zeit, in der wir momentan leben.

Nichts ist mehr wie noch vor einem Jahr. Viele von uns leben in Angst, viele ärgern sich, andere sorgen sich oder verzweifeln sogar, da sie ihre Angehörigen nicht besuchen können, den Kranken in Krankenhäusern nicht Mut zusprechen können, ihre Liebsten nicht treffen können oder gar ihren Job verloren haben.

BEI SICH BLEIBEN

Was auch immer diese Zeitqualität für uns zu bedeuten hat, was auch immer für jeden von uns jetzt zu bewältigen, zu lösen oder zu erdulden ist, ich denke, das Wichtigste ist, bei SICH zu bleiben und sich nicht entmutigen zu lassen.

Wir werden auch diese „Zeit“ durchstehen. Und wir bekommen dabei vielleicht auch die Gelegenheit einander beizustehen und wieder zu erkennen, wie wichtig wir füreinander sind.

 

WAS WIRKLICH ZÄHLT

Die Zeitqualität war viele Jahre vor allem von Schnelligkeit geprägt: noch größer, noch besser, noch mehr! Und plötzlich Vollbremsung – nichts geht mehr!

Wie geht man damit um? Was, wenn das Leben im Außen plötzlich nicht mehr möglich ist? Fragen tauchen auf wie: Wer bin ich? Wo liegt der Sinn des Lebens? Was war bisher? Was kommt „danach“? Wie geht es weiter?

All diese Fragen drängen sich unwillkürlich in unser Bewusstsein und fordern uns. Jahrelang war es für viele nicht an der Tagesordnung, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das Leben Revue passieren zu lassen und vielleicht zu erkennen, dass man vieles verpasst hat in all der Schnelligkeit und Überflutung, tut nicht gut. Wo sind echte Freunde? Wer steht jetzt zu uns, wenn es uns nicht so gut geht – egal ob finanziell oder seelisch. WER gibt mir Kraft? WAS gibt mir Kraft?

 

DIE KRAFT DER NATUR SPÜREN

In solchen Momenten der Anspannung und Unsicherheit bekommt die Natur wieder einen ganz besonderen Stellenwert. Die Schönheit der Berge, der Bäume, der Pflanzen um uns wirkt doch so versöhnlich. Und da ist der Bauplan der Natur, der sich weder bremsen noch hetzen lässt, der unaufhörlich anpassungsfähig ist. Die Natur kämpft gegen alles, was man ihr jahrelang angetan hat und lässt sich, wenn auch mit Veränderungen, bisher nicht unterkriegen.

Gehen Sie hinaus in die Natur und spüren Sie bewusst die Kraft der Bäume, der Berge und Pflanzen. Sie geben uns alles, was sie haben und trachten stets danach, uns zu genügen und uns beizustehen. Auch das Sonnenlicht in der dunklen Zeit des Jahres tut der Seele gut und stimmt uns fröhlich.

 

 

Alle Finsternis der ganzen Welt

ist nicht imstande,

das Licht auch nur einer

einzigen Kerze auszulöschen!

 

Guy de Larigaudie

Dichter, Abenteurer, Pfadfinder

 

Jeder von uns kann

LICHT VERSCHENKEN

In Form einiger wohlwollender Worte, einer netten Geste, eines Augenblickes von Zuwendung einem anderen Menschen gegenüber. Schnell können ein paar tröstende Worte Licht ins Dunkel eines Gedankens oder einer Situation bringen.

Achtsamkeit im Umgang miteinander ist wichtig. Denn: Gemeinsam können wir schwierige Zeiten meistern!

Nicht jeder ist derzeit der gleichen Meinung. Viele unterschiedliche Sichtweisen der jetzigen Situation prallen aufeinander. Nehmen wir ihnen die Negativität, lassen wir unterschiedliche Meinungen zu, reden wir miteinander, BE-URTEILEN wir nicht. Eine Welt in Frieden ist nur mit Toleranz und Selbstreflexion möglich.

Ich glaube fest daran, dass wir das schaffen und denken Sie daran:

Licht ist Hoffnung.

Denn jedem Licht wohnt ein Zauber inne,

der uns beschützt und hilft,

auch in schweren Zeiten nie den Mut und

den Glauben an uns selbst zu verlieren.

 

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit und eine gesegnete Weihnacht!

Tannengeflüster

Tannengeflüster

Gedicht von James Krüss

Wenn die ersten Fröste knistern,
In dem Wald bei Bayrisch-Moos,
Geht ein Wispern und ein Flüstern
In den Tannenbäumen los,
Ein Gekicher und Gesumm
Ringsherum.

Eine Tanne lernt Gedichte,
Eine Lärche hört ihr zu.
Eine dicke, alte Fichte
Sagt verdriesslich: „Gebt doch Ruh!
Kerzenlicht und Weihnachtszeit
Sind noch weit!“

Vierundzwanzig lange Tage
Wird gekräuselt und gestutzt
Und das Wäldchen ohne Frage
Wunderhübsch herausgeputzt.
Wer noch fragt: „Wieso? Warum?!“
Der ist dumm.

Was das Flüstern hier bedeutet,
Weiß man selbst im Spatzennest:
Jeder Tannenbaum bereitet
Sich nun vor aufs Weihnachtsfest,
Denn ein Weihnachtsbaum zu sein:
Das ist fein!

 

 

 

 

Credits: unsplash